Lesenswert

Beitrag von Heiko Weckbrodt zur Nutzung Sozialer Netzwerke

Heiko Weckbrodt ist Redakteur der Dresdner Neuesten Nachrichten und Herausgeber des Bolgs "Der Computer-Oiger"

"Cliquentreff im Internet"

Letzte Beiträge

„Die zerklüftete Republik“

 

Zum Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes

 

 

Mitte Februar veröffentlichte der Paritätische Wohlfahrtsverband seinen Armutsbericht. Der Verband stellt in seiner Untersuchung eine deutliche Zunahme der Armut im gesamten Bundesgebiet fest. Das Armutsrisiko steht in einem engen Zusammenhang mit der geografischen und sozialen Herkunft der Menschen.

Weiterlesen...

Einblicke in den Koalitionsvertrag

 

Seit einigen Monaten ist die neue Bunderegierung nun im Amt. Nach langen Verhandlungen einigte man sich auf einen Koalitionsvertrag, der insbesondere bei den Aussagen zur Kinder- und Jugendpolitik im Allgemeinen verharrt.

Weiterlesen...

“Sie hat sich stets sehr bemüht”

ein Nachruf auf Kristina Schröder

 

Als Kristina Schröder 2009 von der Bundeskanzlerin auf den Chefsessel im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gehievt wurde, war sie thematisch im eigenen Lebenslauf angekommen.

Weiterlesen...

Der RTL-Streetworker - Transparenz in der Jugendhilfe braucht andere Formen

 

Eine Rezension des Buches "Die Ausreißer - der Weg zurück" von Thomas Sonnenburg und Simone Winkelmann

Weiterlesen...

11. Erziehungsprobleme? Hier für "Die Super Nanny" bewerben! *

Der Sozialen Arbeit ist es endlich gelungen, jene öffentliche Anerkennung und Wahrnehmung zu erhalten, nach der sie sich so lange gesehnt hat. Streetwork und Erziehungshilfe finden im Fernsehen Berücksichtigung zu den besten Sendezeiten. Aber sind die "Super Nanny" Katja Saalfrank und der "Einfänger" Thomas Sonnenburg tatsächlich die Botschafter der Sozialarbeit? Keineswegs, denn deren Handeln und Bedingungen entstellen die tägliche Praxis der Sozialarbeit bis zur Unkenntlichkeit. Mit der Kamera im Rücken lässt sich sicher so manche Institution zu schnellerem und umfassenderem Handeln bewegen, als dies viele Kolleginnen und Kollegen im Berufsalltag erfahren dürfen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Vorlage eines Presseausweises das Handeln von Behörden unwahrscheinlich beschleunigen kann, doch warum bedarf es des Einsatzes solcher Mittel?
Saalfrank und Sonnenburg vermitteln mit ihren Sendungen ein Bild von Sozialer Arbeit, das von den Realitäten weit entfernt ist. Welche/r Streetworker/in hat ein Zeit- und Finanzbudget zur Verfügung, das ihr / ihm so umfassende Begleitungsmöglichkeiten wie Sonnenburg ermöglicht?  Sozialpädagog/inn/en im ASD empfangen im Stundentakt je Arbeitstag mitunter 6 bis 8 Familien zur Beratung. Der RTL-Super-Streetworker kann sich über Wochen mit einem Einzelfall beschäftigen. Offensichtlich ist er die "eierlegende Wollmilchsau der Sozialen Arbeit", der alle Leistungen, von Streetwork, über Wohnungslosen- und Sucht- bis hin zur Erziehungshilfe, aus einer Hand anbietet - ein Albtraum!

Die Sendeformate tragen zu einer Stigmatisierung der dargestellten Menschen bei. Im Einzelfall gefährden sie auch Unbeteiligte, indem - wie kürzlich geschehen - beispielsweise Jugendliche beim Drogenkonsum gefilmt und gezeigt werden. Eine Einladung an die Ordnungsbehörden zur Verfolgung möglicher Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Doch was kümmert das die Firmen, die die Sendungen für RTL produzieren. So lange die Quote stimmt, wird die Kamera auf das Elend der Hilfesuchenden gerichtet, denen vermittelt wird, dass es keine Alternativen zu Saalfrank oder Sonnenburg gibt: "Er ist ihre letzte Chance, um doch wieder eine Familie zu werden."*

Immer wieder versuchen die Produktionsfirmen über Jugendhilfeeinrichtungen an "neues Material" für ihre voyeuristischen Werke heranzukommen. Zahlreiche Anfragen landen beim JugendInfoService Dresden, der sich aus pädagogischen und Datenschutzgründen nicht als Klientenvermittlungsagentur betätigt. "Wir suchen momentan problembehaftete Jugendliche, die bereit sind ihre Lebensgeschichte im Rahmen einer Fernsehsendung zu erzählen. Es handelt sich um eine Reportage für den Fernsehsender Pro7, in dessen Verlauf wir gerne den Alltag von Jugendlichen aufzeigen möchten, die in ihrem Leben vor großen Problemen stehen und diese versuchen, zu bewältigen. (…) Unser Ziel ist es, mit qualitativ hochwertigen TV-Beiträgen und Reportagen dem Zuschauer zu zeigen, dass Fernsehen nicht nur Unterhaltung, sondern im besten Falle auch Bildung sein kann." Dem ist nichts hinzuzufügen. Fernsehen kann "im besten Falle" auch Bildung sein, auch wenn es sich nur um die Bildung von Vorurteilen handelt. Als Therapie für die geschätzten Zuschauer/innen reicht der Unsinn allemal, schließlich beruhigt es unwahrscheinlich zu wissen, dass es anderen viel schlechter geht.

Carsten Schöne

* Originaltext von der Website von RTL, Quelle: www.rtl.de  

(Veröffentlicht in CORAX - Magzin für Kinder- und Jugendarbeit, Ausgabe 1/2009)

Neues aus meinem Weblog "Schöne(s) Notizen"

Schöne(s) Notizen

  • Der Dresdner Jugendhilfeausschuss wird sich am 08.06.2017 u. a. mit der Einrichtung eines „Kinder- und Jugendbüros“ und der Fortschreibung des Fachplans für Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege befassen. Die Tagesordnung im Überblick: Kontrolle der Niederschrift vom 27.04.2017 Informationen/Fragestunde Konzept zur Betreibung einer Beratungsstelle für Eltern, deren Kinder Angebote der Kindertagesbetreuung wahrnehmen (V1618/17) Vergabe Zuschüsse für bewegliche Sachen […]

  • Der Jugendhilfeausschuss hat gestern mit der Verabschiedung des „Regionalen Gesamtkonzeptes“ den Weg für die Einrichtung neuer Angebote der Schulsozialarbeit in insgesamt 18 Dresdner Schulen frei gemacht. Das Konzept trifft Aussagen zum jugendhilfeplanerischen Bedarf, beinhaltet ein Verfahren zur Festlegung der Personalausstattung in den Projekten und regelt das weitere Verfahren zur Übertragung der Angebote an freie Träger […]

  • Dem Dresdner Jugendhilfeausschuss liegt am 18.05.2017 u. a. ein Antrag zum „Regionalen Gesamtkonzept“ für die Schulsozialarbeit vor. Dieses Kozept bildet die Grundlage für die Beantragung der Landesmittel und beinhaltet die zur Auswahl stehenden Schulstandorte, an denen Schulsozialarbeit neueingerichtet und / oder erweitert werden soll. Auch die Elternbeiträge für Kitas, die Förderung freier Träger der Jugendhilfe […]